SEO – auch heute noch notwendig?

Ein Beitrag von Dragan Drazic, Marketingfachwirt aus München

Ja lieber Leser,  ich erlaube mir SEO in Frage zu stellen. Was ist SEO überhaupt? SEO (kommt von Search Engine Optimizing) ist eine Maßnahme, die dazu dient, Webseiten, Videos und auch Bilder in den unbezahlten Suchmaschinenergebnissen im Ranking, also ganz nach vorne oder nach oben zu bringen bzw. zu pushen. Damit hat man einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern. SEO oder auch Suchmaschinenoptimierung ist ein Teilbereich des Suchmaschinenmarketings.

Was genau Suchmaschinenmarketing ist und alles beinhaltet würde meiner Meinung nach jetzt den Rahmen sprengen. Befassen wir uns also mal nur mit SEO. SEO entsprang Ende der 90er Jahre im letzten Jahrhundert. Damals gab es wesentlich mehr aktive und bekannte Suchmaschinen und Suchmaschinenkataloge. Damals hat man als „SEO-Experte“, die HTML-Syntax sowie die META-Tags jeder einzelnen Webseite einer Domain erstellt und optimiert, Webseiten in Suchmaschinen angemeldet und manuell eingetragen. Yahoo, Web.de oder DMOZ waren damals so die wichtigsten Kataloge. Zudem gab es etliche Linklisten sogenannte FFA-Links, die jedoch sehr schnell wieder verschwanden, weil man einfach zugespammt wurde und diese nichts mehr brachten.

Google war für viele nur ein Witz

Als Google 1998 in Betrieb ging, schmunzelten noch viele über das minimalistische Auftreten. Allerdings verstummten die Gelächter zwei Jahre später. Die Nutzer haben sich für Google entschieden und benutzten die Suchmaschine täglich. Somit war klar, das sich die „SEO-Experten“ auf Google einschossen. Es wurde viel getrickst um auf der ersten Seite zu erscheinen. Google änderte mehrmals seinen Algorithmus um die Google-Spammer fern zu halten. Sogar BMW wurde schon mal aus dem Index genommen, weil diese mit Doorway-Pages und Umleitungen den Index gespammt haben.

Wenn der Mensch betrügen kann, wird er es tun.

In der Tat tummelten sich sehr viele sogenannte SEO-Experten im Netz herum, die jedem, Nr.1 oder Top 10 Platzierungen in Google versprachen. Ganz klar war natürlich auch, das das nicht billig sein kann. Und viele Unternehmen fielen auf diese „Hochstapler“ herein. Der PageRank wurde plötzlich als Erfolgs-Maßstab gesehen und jeder wollte nur noch mit hohem PageRank verlinkt sein. Gute Links, böse Links. Plötzlich wurde nicht nach Inhalten gefragt, nein, der PageRank war das Maß aller Dinge. Linkpopularitäten und Backlinks waren nun entscheidend. Die Manipulation ging weiter. Aber auch da hatte Google dann die Nase voll und schaffte den PageRank zumindest für die Öffentlichkeit ab. Intern wird der Algorithmus noch verwendet.

SEO ist völlig unnötig

SEO war für  inhaltsreiche, informative und nützliche Webseiten niemals notwendig. Dies gilt auch für Webseiten von großen und mittelständischen Unternehmen, die mehr auf die Pflege ihrer Webseiten geachtet hätten. Für alle anderen, gilt es wie auch Offline, sich abzusetzen von den großen, Nischen zu besetzen, sich in diesen zu behaupten und seine Kunden zu überzeugen. Und dann gibts ja noch Adwords, wenn man schon auf die erste Seite will. Und dann wären wir schon bei SEM, dem Suchmaschinenmarketing.

Warum ist SEO unnötig?

Es macht keinen Sinn, penibel immer darauf zu achten, wie man den Titel betitelt, den Untertitel untertitelt, Schlagworte (Keywords) in exakt genauer Anzahl im Artikel vorkommen zu lassen, damit es Google gut mit einem meint. NEIN, NEIN und nochmals NEIN. Webseiten und deren Information, sind für die Zielgruppe bestimmt. Aber auf keinem Fall sollten Sie sich hinreißen lassen, für „Google“ zu schreiben, damit der Artikel ja in den obersten Suchergebnissen erscheint. Das ist der falsche Weg. Schreiben Sie einfach darauf los und informieren Sie Ihre Leserschaft, Ihre Kunden, Ihre zukünftigen Kunden – die werden es Ihnen Danken. Google nicht.

Die BILD Zeitung als Vorreiter von Clickbaiting

Klar, kann man Titel interessanter gestalten da sind der kreativität keine Grenzen gesetzt. Ich sage immer, nehmt euch ein Beispiel an der BILD-Zeitung. Sie gehen am Zeitungskasten vorbei und lesen eine unglaubliche Schlagzeile die sie fesselt. Sie wollen mehr Wissen und kaufen die BILD Zeitung. Ziel erreicht. Alles weitere entscheiden Sie. Sie können schimpfen auf die BILD so viel sie wollen. Aber über 3 Millionen Menschen kaufen die BILD täglich. Clickbaiting ist nichts verwerfliches, nutzen das ja auch noch andere Verlagshäuser wie für die Ausgaben von Focus, Spiegel Online, Huffington Post oder auch die Fernsehsendung heute.

Mehr über Clickbaiting und anderen Ideen, wie man seine Zielgruppe erreicht, in der nächsten Folge.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen oder auch nicht gefallen hat, freue ich mich dennoch über Kommentare, konstruktive Kritik oder was Ihnen sonst so einfällt.

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