Wie alles begann…

Im November 1999 entstand die Idee einen Service für Webseitenbetreiber einzuführen, der das Eintragen von Webseiten in die Suchmaschinen übernimmt. Damals gab es Google noch nicht in Deutschland und die angesagtesten Suchmaschinen und Kataloge hießen, Altavista, exite, Fireball, Hotbot, Lycos, Yahoo um jetzt nur einige von ca. 400 deutschen und internationalen zu nennen. Ein Webseitenbetreiber musste seine Webseite bei allen Suchmaschinen damals manuell anmelden um gelistet zu werden. Bei manchen sogar alle drei Monate.

Es gab damals nur eine gute Eintragungssoftware auf dem Markt, die diese Arbeit erleichterte. Bei den Katalogen musste man dennoch manuell eintragen. Ich besorgte mir damals diese Software und erstellte meine eigene Webseite um es auszuprobieren. Im April 2000 war es dann endlich so weit. Die Agentur Top-Promote ging offizell an den Start. Schon damals gab ich auf der Webseite Informationen und Tipps der suchmaschinengerechten Gestaltung von Webseiten. Und als einer der ersten Agenturen in Deutschland überhaupt, bot ich SEO Optimierungen an.

Auf Aufträge musste ich nicht lange warten und schon bald erweiterte ich mein Portfolio mit einem Presseservice.

So sah damals die erste Webseite der Agentur Top-Promote aus.

Agentur Top-Promote
Screenshot Agentur Top-Promote aus dem Jahre 2000

 

Begonnen hat alles, als ich 1996 das Internet für mich entdeckt habe. Das erste Programm zur erstellung von Webseiten war „Frontpage“ von Microsoft. Die ersten Gehversuche in HTML habe ich autodidaktisch erlernt. Kurze Zeit später stieg ich auf Macromedia Dreamweaver um. Meine erste Webseite überhaupt hieß „reseller.com“. Die Webseite sollte Hersteller und Einzelhändler zusammenführen. Damals war ich noch Projektleiter einer Fachzeitschrift im Gastronomiebereich. Gearbeitet wurde noch richtig Old-School ohne PC. Auf dauer war das frustrierend und so kam es das ich den Job aufgab und mich der Programmierung und den neuen Technologien widmete. Nach nur neun Monaten ohne Job erhielt ich aufgrund meiner Kenntnisse ein verantwortungsvollen Job in einem Fachverlag für IT-Magazine.

So sah der Onlinekiosk noch 1998 aus.
So sah der Onlinekiosk noch 1998 aus.

Als Verkaufs- und stellvertretender Projektleiter Online war ich nun zuständig für die Wartung -und Weiterentwicklung von zahlreichen Magazin-Webseiten und der Verlagswebseite. Der Verlagsinhaber war ein Visionär und seiner Zeit weit voraus. Manchmal verlangte er schier unmögliches, Techniken die noch nicht vorhanden waren. Heute schon. So begann ich eines seiner „Babys“ zu entwickeln und profitabel zu machen. Der Onlinekiosk (onlinekiosk.com) war zu meiner Zeit nichts weiter als ein Sammelsorium von Daten über ca. 4.000 Magazinen, Tageszeitungen und Wochenzeitungen weltweit. Ich begann mit einem kleinem Team die Webseite dafür auszurichten, damit jeder Verlag seine Print oder Online-Ausgaben eintragen konnte. Dann wurde alles strukturiert und in Kategorien unterteilt. Die Business-Idee war, Probeabos und Abos sowie Mediadaten über den Onlinekiosk anzubieten. Für jedes abgeschlossene Abo bzw. Lead, erhielt der Onlinekiosk eine Provision. Nach ca. einem Jahr wurde ein Umsatz von ca. 500.000 DM erwirtschaftet. Der Onlinekiosk wurde dann noch erweitert in einen Profikiosk in dem nur Fachzeitschriften enthalten waren.  Verlage zahlten hierfür pro Magazin eine Eintragspauschale und die Leads wurden an die Verlage weitergeleitet.

So, als ich das Redesign und das Businesskonzept geändert hatte im Jahr 1999
So, als ich das Redesign und das Businesskonzept geändert hatte im Jahr 1999

Ich arbeitete noch an weiteren Projekten für den Verlag den ich im Frühjahr 2000 letztendlich wegen der Gründung meiner eigenen Agentur Top-Promote verließ. Gerne erinnere ich mich z.B. an einen Besucher unseres Messestandes auf der Systems in München im Jahr 2000. Ein junger Mann kam auf mich zu und fragte ob er den einen Redakteur der Fachzeitschrift e-commerce-magazin sprechen könne. Ich fragte ihn was er den zu bieten hätte und womit er sich den beschäftige. Er lud mich auf seinen Messestand ein um mir selber einen Eindruck zu machen. Auf einem 3x5m großen Stand vor einem langen Tisch standen seine Partner und verteilten Broschüren und führten mit interessierten Gespräche. Die Firma nannte sich zanox und bot Affiliate-Marketing an. Der junge Mann der zu mir kam war, Thomas Hessler einer der Gründer von zanox. Nur sieben Jahre später, wurde zanox für über 200 Mio. Euro an Axel Springer verkauft.

Meine Agentur stand noch ganz am Anfang. Ich hatte viele Ideen und vielen Menschen habe ich im eBusiness unterstützt. Den kuriosesten Pitch erlebte ich bei der Telekomzentrale in Bonn. Da gab die Telekom einem Geschäftsmann 250.000 Euro um eine Konkurrenzseite für den Onlineverkauf von DSL-Verträgen zu erstellen. Kurze Zeit später gab es nochmal über 125.000 Euro. Die Webseite heißt ummelden.de, bei der ich ebenfalls mitgeholfen habe. Die Telekom wunderte sich, warum sie online keine Verträge verkaufen. Ich bot der Telekom meine Hilfe an und erstellte eine Analyse mit Probanden. Über 100 Testpersonen kamen in mein Büro und opferten eine Stunde Zeit um bei der Telekom online einen DSL-Auftrag zu bestellen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Die Telekom schaltete mitten im Bestellprozess ein ellenlangen Fragebogen. Die Besteller brachen alle samt ab. Nachdem ich der Telekom die ausführliche Analyse geschickt hatte, hatte ich auch gleich Verbesserungsvorschläge beigefügt. Promt erhielt ich den Auftrag der Telekom deren Webshop zu optimieren.

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